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KOMM, SÜSSER TOD, 2004
© Dor Film / Foto: Petro Domenigg

Anlässlich der Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 macht sich der Kulturrat Österreich auf die Suche nach der Kunst- und Kulturkompetenz in den Parteien. Wer hat überhaupt eine Ahnung, was Kunst- und Kulturschaffende brauchen? Gibt es durchdachte Konzepte? Welche kulturpolitischen Visionen und Umsetzungspläne stehen zur Wahl?
Wir haben für die aktuell brennendsten Themen je einen Multiple-Choice-Test erstellt. Jede Woche widmen wir uns einem anderen Schwerpunkt. Die Beantwortung soll deutlich machen, in welche Richtung die Politik gegebenenfalls gehen wird. Am 20. September 2017 sprechen wir mit den Kulturpolitiker_innen der Parteien in einer öffentlichen Diskussion über die verschiedenen Positionen.



Finden Sie die Kunst- und Kulturkompetenz in Ihrer Partei!
Multiple-Choice-Test #5: Transparenz & Förderpolitik

Die zeitgenössische freie Kunstproduktion wird in Österreich zwar gefördert, eine faire Bezahlung und ausreichende soziale Absicherung von Künstler_innen und Kulturarbeiter_innen ist trotzdem nicht realisierbar.
Ein großer Teil des für Kunst und Kultur zur Verfügung stehenden Budgetvolumens der Gebietskörperschaften ist von vornherein gewidmet; um den übrigen, deutlich geringeren Anteil der Ermessensausgaben für Kunst und Kultur bemühen sich viel mehr Projekte als letztendlich gefördert werden können. In der Kulturnation Österreich gibt es hinsichtlich transparenter Kunst- und Kulturförderung nach wie vor viel Verbesserungspotential und viele Forderungen von Künstler_innen und Kulturschaffenden.

Welche sind das? Mehrfachantworten sind möglich. Einige der Antwortoptionen entsprechen den Forderungen des Kulturrat Österreich.
Auf Übereinstimmungen sind wir gespannt.


o Größtmögliche Transparenz bei Förderentscheidungen durch öffentliche
Beirats-/Jurysitzungen und zeitnahe Veröffentlichung von
Förderentscheidungen auf der Website der subventionsgebenden
Gebietskörperschaft

o Transparente Kommunikation der Förderpotentiale/ Vermeidung zweckloser
Förderanträge: Ist das Förderbudget für ein Jahr/eine Sparte
ausgeschöpft, kommuniziert die fördergebende Gebietskörperschaft dies
auf ihrer Website

o Deutliche Ausweitung und kontinuierliche Valorisierung der Kunst- und
Kulturförderung, um faire Bezahlung und somit soziale Absicherung von
Kunst- und Kulturschaffenden zu gewährleisten

o Kunst und Kultur muss sich selbst finanzieren können

o Gleichmäßige Verteilung der Förderbudgets auf die Regionen

o Gleichmäßige Verteilung der gesamten Förderbudgets unter Beachtung des
Gender- und weiterer Diversitätsaspekte – auch bei (künstlerischen)
Leitungsfunktionen in Institutionen

o Über Einzelkünstler_innenförderung hinausgehende Betrachtung von
Gender Budgeting in Kunst- und Kulturberichten

o Forcierung von Public-Private-Partnership in allen Kunst- und
Kulturförderbereichen

o Absicherung und Ausbau der Ermessensausgaben für Kunst und Kultur

o Der_die für Kunst und Kultur zuständige Minister_in setzt
Förderschwerpunkte

o Verstärkte Ermöglichung und Unterstützung von Kunst- und
Kulturprojekten in anderen Politikressorts (z. B. tourismusfördernde
Projekte im Wirtschaftsressort, Kunstprojekt in Schulen im
Bundesministerium für Bildung, Ermöglichung inklusiver Projekte durch
die Bundesministerien für Justiz, Gesundheit, Landesverteidigung …)

o Verstärkte staatliche Förderung von Kunst, die gesellschaftlich
polarisiert

o Verstärkte Anreizförderung im Kunstbereich für wirtschaftliche Zwecke
(Tourismus, Kulturindustrie … )

o Verbesserte Verteilungsgerechtigkeit zwischen hochsubventionierten
Leuchtturmprojekten/-institutionen und nahversorgenden Kunst- und
Kulturprojekten



Kultur sucht Politik
Öffentliche Diskussion der Antworten
mit Kulturpolitiker_innen der wahlwerbenden Parteien
Mittwoch, 20. September 2017, 19 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien


Rückfragen:

Kulturrat Österreich
contact@kulturrat.at
Kulturrat Österreich
Twitter
Gumpendorfer Str. 63b
1060 Wien

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