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ZODIAK, 2007
© MR Film / Foto: Petro Domenigg
Studie
Film ab! Drei arbeitsintensive Wochen als Kamerafrau stehen an, und in zwei Monaten ein gut bezahlter Artist Talk bei einem Festival. Ein Lehrauftrag im nächsten Wintersemester ist vertraglich fixiert. Der Verkauf einer künstlerischen Arbeit oder ein Texthonorar für eine kurzfristig angefragte Kunstkritik sind immer möglich, Phasen der Erwerbslosigkeit zwischendurch nicht auszuschließen. Dieses Beispiel von kombinierter selbstständiger und unselbstständiger Tätigkeit mit Phasen der Erwerbslosigkeit ist fordernde Lebensrealität für viele Kunstschaffende und prekär Tätige generell. Die Folgen sind eingeschränkte soziale Rechte, eine unzulängliche soziale Absicherung und ein erhöhtes Armutsrisiko.

Wo hakt es in den Sozialversicherungsgesetzen? Wieso versagen Arbeitslosenversicherung und AMS-Praxis vielfach angesichts typischer Erwerbsbiografien von Kunstschaffenden? Welche Lösungen können welche Probleme mildern oder gar beseitigen? Und was lässt sich daraus auch für andere prekär Tätige lernen und ableiten? Neue Lösungsansätze zu finden, die nicht nur für den Kunstbereich tauglich sind, war und ist ein wichtiges Anliegen des Kulturrat Österreich. Die Arbeiterkammer Wien hat die Anregung aufgegriffen und ein zweiteiliges Studienprojekt beauftragt, in dem die strukturellen Problemlagen aus sozialwissenschaftlicher sowie aus juristischer Sicht betrachtet wurden. Die beiden Studienteile liegen nun als Veröffentlichungen vor.

Im sozialwissenschaftlichen Studienteil werden auf Basis von Interviews mit Expert_innen von Interessengemeinschaften des Kunst-, Kultur- und Medienfeldes einerseits und von relevanten Behörden und Institutionen (BMASK, AMS, SVA, KSVF) andererseits die zentralen Konflikt- und Problemfelder analysiert und Schlussfolgerungen und Handlungsoptionen präsentiert – auch im Hinblick auf andere Erwerbstätige, die sich in der Grauzone zwischen selbstständigen und unselbstständigen Tätigkeiten bewegen.

Der juristische Teil der Studie fokussiert auf die für KünstlerInnen zentralen Gesetze im Bereich der Sozialversicherung und betrachtet die
arbeits- und versicherungsrechtlichen Konsequenzen im historisch-sozial-politischen Kontext sowie im Hinblick auf die Arbeits- und Lebensrealität von Kunst¬schaffen¬den. Ausgehend von typischen Erwerbsbiografien wird untersucht, inwieweit mangelnde Kom¬pa¬ti¬bi¬litäten der Rechtsnormen, Anwendungsmängel und Informationsdefizite problemgenerierend sind.

Die Ergebnisse der Studien untermauern viele Forderungen des Kulturrat Österreich und stellen unsere Arbeit in einen größeren arbeits- und sozialrechtlichen Kontext. Sie enthalten wertvolle Referenzpunkte und werden uns als fundierte Quelle für unsere nächsten politischen Schritte der Interessenvertretungsarbeit zur Verbesserung der sozialen Absicherung von – nicht nur! – Kunstschaffenden in Österreich dienen.
Die aktuell angekündigten Verschärfungen wie auch neue Problemlagen, die uns seitens der letzten Regierung hinterlassen wurden, sind dabei selbstverständlich in unserem Fokus. Insbesondere fordern wir: Keine Abschaffung der Notstandshilfe!

Unselbstständig | Selbstständig | Erwerbslos Zweiteilige Studie zu Problemen von Kunstschaffenden in der sozialen Absicherung

... aus sozialwissenschaftlicher Sicht (Griesser/ Christl) herausgegeben vom Kulturrat Österreich, Dezember 2017
Studie Kulturrat


... aus juristischer Sicht (Trost/ Waldhör/ Iljkic) erschienen im ÖGB-Verlag, Juli 2017
Studie Uni Linz

Beide Teile erstellt im Auftrag der Kammer für Arbeiter_innen und Angestellte Wien

Rückfragen:

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Kulturrat Österreich
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1060 Wien




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