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LAPISLAZULI, 2006
© Dor Film / Foto: Petro Domenigg
In den vergangenen Tagen gab es einige Antworten auf die Herausforderungen durch die
derzeitige Krise für den Kunst- und Kulturbetrieb: im Hinblick auf die Umsetzung der
Öffnungsschritte wie auch in finanzieller Hinsicht. In beiden Fällen ist es noch zu früh
für eine detaillierte Bewertung, auch weil einiges noch im Stadium der Ankündigung
verbleibt, Rechtsgrundlagen wie Richtlinien noch fehlen. Im Folgenden widmen wir uns den
Entschädigungen:

Überbrückungsfonds für Künstler_innen (SVS)

Ankündigung vom 28.5.: Künstler_innen sollen einen Pauschalbetrag von 1.000,- pro Monat für sechs Monate bekommen höhere einkommensbezogene Beträge stehen offenbar nicht zur Diskussion. Da die Abwicklung durch die SVS durchgeführt wird, ist davon auszugehen, dass ausschließlich in der SVS versicherte Künstler_innen davon profitieren werden.
Dieser Fonds soll eine eigene gesetzliche Grundlage bekommen, die voraussichtlich Ende
Juni in Kraft treten wird. Erste Auszahlungen wurden für Juli in Aussicht gestellt.
Anspruchsvoraussetzungen (Vorliegen einer Notlage) sollen erst im Nachhinein geprüft
werden.
Ob es sich um eine Entschädigung ab Juli oder rückwirkend ab Mitte März handelt, wie es
um eine vorstellbare Gegenrechnung etwa zum Covid-19-Fonds (KSVF) steht, ist bislang
offen. Dasselbe gilt für die nach wie vor angekündigte Phase 2 des Covid-19-Fonds (KSVF).

# Information BMKOES:
BMKOES Überbrückungsfinanzierung
# Gesetzesvorlage: Gesetzesvorlage Parlament

Härtefallfonds (WKO) neue Regeln

Ankündigung vom 27.5.: Alle Anspruchsberechtigten sollen zumindest 1.000,- pro Monat für bis zu 6 Monate ausbezahlt bekommen, zusammengesetzt aus dem schon bisher geltenden Mindest-Pauschalbetrag von 500,- plus einem so genannten "Comeback-Bonus" von nochmal 500,-. Die Höchstsumme beträgt neu 15.000,-. Der Antragszeitraum wird auf sechs Monate ausgeweitet wählbar innerhalb eines Vergleichszeitraums von neun Monaten. Der Kreis der Anspruchsberechtigten soll erneut ausgeweitet werden noch warten wir aber auf die Umsetzung der zuletzt beschlossenen Gesetzeslage. Anspruchsberechtigt bleiben jedenfalls
EPUs (Neue Selbstständige inkludiert), Kleinstunternehmen und freie Dienstnehmer_innen.
Dazu kommen sollen zeitweise Beschäftigte und mehrfach geringfügig Angestellte, so sie im Monat über die Geringfügigkeitsgrenze kommen. Zuletzt neu angekündigt sollen auch
geringfügig Beschäftigte antragsberechtigt sein, zumindest wenn sie über eine laufende
Pension sozialversichert sind.

# Härtefallfonds (WKO): Härtefallfonds WKO

NPO-Fonds

Der Unterstützungstopf für gemeinnützige Vereine und Betriebe ist derzeit (wie seit Mitte
März) in Verhandlung, eine eigene gesetzliche Grundlage wird aber voraussichtlich am 4.
6. die letzte parlamentarische Hürde nehmen. Öffentliche Ankündigungen zur Ausgestaltung der Richtlinien, auch zu Förderhöhen, Anspruchsvoraussetzungen, möglichen Verknüpfungen von Eigenfinanzierungsanteil und Entschädigungszahlung sind praktisch nicht vorhanden.
Als Entschädigungszeitraum sind auch hier vorerst sechs Monate angekündigt.

# Gesetzesvorlage: Parlament
# Offener Brief Kulturrat Österreich: Kulturrat

Fixkostenzuschuss, Stundungen

Nach langer Verhandlung wurde diese Woche die Richtlinie zum Fixkostenzuschuss für
Unternehmen (von EPU bis Großunternehmen) veröffentlicht. Die Anforderungen sind nicht ganz einfach, aber doch auch für manche im Kunst- und Kultursektor nutzbar, entsprechende Finanzkraft vorausgesetzt.

# Information BMF: Bundesministerium für Finanzen

Die unterschiedlichen Möglichkeiten von Stundungen (von Einkommenssteuer bis
Sozialversicherungsbeiträge bis Kreditraten) haben sich zuletzt kaum geändert und finden hier nur aus Gründen der Vollständigkeit Erwähnung. Brauchbar sind diese Möglichkeiten vor allem für jene, die durchtauchen können oder realistische Chancen auf Entschädigungen haben. Anschauen lohnt sich jedenfalls.

# Überblick BMF: Überblick BMF

Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit

Angesichts der langsamen Entwicklung der Entschädigungsfonds standen viele Vereine und Betriebe im Kunst- und Kultursektor schon lange vor der Entscheidung zwischen Kündigung oder Kurzarbeit. Letzteres kam nur in wenigen Fällen infrage, da kontinuierliche Anstellungsverhältnisse als Voraussetzung der Kurzarbeit im ganzen Sektor die Ausnahme sind. Arbeitslosigkeit war entsprechend oft die Folge, zumindest dort, wo überhaupt ein Zugang zu Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung möglich war. Entsprechend enorm ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Kunst- und Kultursektor. Mit der stufenweisen Öffnung des Kunst- und Kulturbetriebs wird es zum einen notwendig sein, jene zu unterstützen, die mit ihrem individuellen Einkommensmix aus unselbstständigen und selbstständigen Tätigkeiten vor der Entscheidung stehen, Arbeitslosengeld zurückzuzahlen, um wieder tätig sein zu können, zum anderen wird man sehr genau schauen müssen, wo weiterhin Geld fehlt, um auch Anstellungen wieder zu finanzieren.

# Information Kurzarbeit AMS: Kurzarnbeit AMS
# Kurzinformation Arbeitslos und Selbstständig: Kurzinfo Kulturrat

Weitere Unterstützungen

In den vergangenen Monaten wurden diverse Unterstützungstöpfe etabliert, oft allerdings
schleppend. Schnell reagiert haben die Verwertungsgesellschaften, deren weitere
Unterstützung nun auch endlich neu strukturiert und an die Möglichkeiten der
Entschädigung des Bundes angepasst werden kann. Ähnliches gilt für die verschiedenen
Länderprogramme, wobei hier Arbeitsstipendien als Unterstützungsmöglichkeiten zur
Fortführung der künstlerischen Arbeit hervorzuheben sind. Einen Überblick gibt es bei
euren Interessenvertretungen, aber auch auf den Seiten des Kunstministeriums:

# FAQ BMKOES:
Info BMKOES

Fazit?

Noch bleibt abzuwarten, wie sich die aktuellen Ankündigungen materialisieren, es sieht
aber ganz danach aus, als könnten zumindest große Teile der Kunst und Kultur, viele
Künstler_innen und Kulturschaffende aufatmen zumindest bis in den Herbst. Wir werden
uns weiterhin dafür einsetzen, dass aus dem Großteil ein alle wird. Und dass wir alle
wieder arbeiten können.



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